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BEITRÄGE |
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:: Marathon in Prag am 9. Mai 2010 – mit einem Geburtstagsgeschenk fing alles an! :: |
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Viele stehen jedes Jahr vor der gleichen Frage:
Was schenke ich einem Freund zum Geburtstag?
Meine Freundin und ich hatten uns die gleiche Frage gestellt. Wir wagten uns dann an ein Geschenk heran, dass nicht sehr oft verschenkt wird. Wir haben uns für eine Anmeldung für den Marathon in Prag entschieden. |
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Unsere Erfahrungen und die erlebten Emotionen aus dem eigenen Marathon Anfang März 2010 in Barcelona wollten wir weitergeben. Zusätzlich zu der Anmeldung gab es natürlich noch das Versprechen, die Vorbereitung zu organisieren und am Marathon selbst die Versorgung während dem Lauf zu garantieren.
Da die Freundin unseres Freundes auch laufen wollte, haben wir dann gleich zwei Personen angemeldet.
Wenn Sie so ein Geschenk machen, sollten Sie unbedingt einen Foto bei der Übergabe des Präsentes parat haben. Dieses Gesicht müssen sie festhalten. Die Gesichtszüge schwanken zwischen „Super klasse“ bis hin zu „Ach du Sch….“. Nach der ersten „Euphorie“ kam dann sehr schnell die Realität. Die Realität kann man so umschreiben: Training, Training, Training, Training,….
Dank der freundlichen Unterstützung von FitnessFirst, die unsere zukünftigen Marathonläufer sowohl im Trainingsbetrieb als auch bei der Ausrüstung unterstützt hat, hatten wir eine gute Basis für den bevorstehenden „Kampf“. Durch das Engagement von FitnessFirst haben sie nicht nur neue Kunden gewonnen, sondern auch Initiative bei der Sportlerunterstützung gezeigt.
8 Wochen hatten wir nun Zeit, die zwei auf ihren ersten Marathon vorzubereiten. Laufband war angesagt. Dazu noch Krafttraining. Jeden Sonntag zusätzlich Spinning. Ganz wichtig war auch, den zwei klar zu machen, dass Rauchen und Alkohol für die Zeit des Trainings nicht gerade leistungsfördernd ist. Das Training verlief super. Allerdings muss man sagen, dass 8 Wochen nicht die Zeit ist, jemanden 100%ig auf einen Marathon vorzubereiten. Immerhin laufen Sie 42,195 km. Aber wie immer gilt: Nichts ist unmöglich. Die Begeisterung einen Marathon zu bestreiten stieg von Tag zu Tag. Auch die tolle Einrichtung in den FitnessFirst Studios haben dazu beigetragen, sich optimal auf einen solchen Wettkampf vorzubereiten.
Der Tag des Laufes, 9. Mai 2010, rückte sehr schnell näher. Die Nervosität bei allen stieg an. Als wir 2 Tage vor dem Lauf in Prag eintrafen, ging die Nervosität in Euphorie über. Überall waren schon Tafeln, Hinweisschilder, … für den Marathon aufgestellt. Der Start/Zielbereich war auch schon so gut wie fertig. Blauer Teppich, Absperrgitter, Zeitanzeigen,…. waren nur ein paar Dinge, die schon erahnen ließen, was da ein Tag später passieren würde.
Bei einem Besuch in der in Prag durchgeführten Sport-Expo, so eine Art Sportmesse, haben sich unsere Sportler Ihre Startnummern abgeholt und damit Ihrem Schicksal als Marathonläufer genähert. Auf dem Vorplatz der Sportmesse fand noch ein Pedigree-Lauf statt. Da laufen Frauchen und/oder Herrechen mit ihren Hunden einen kleine Runde. Dabei haben natürlich auch die Vierbeiner eigene „Läufernummern“. Witzig, wenn Ihnen ein Labrador mit Startnummer „3211“ über den Weg läuft.
Am Vorabend des Laufes wurde von uns noch ein Plan erstellt, was noch zu tun ist und an welchem km welche „Verpflegung“ übergeben wird. Die km-Übergabepunkte lesen sich wie Lottozahlen: 12, 19, 26, 34, 40 (die Lottozahl war dann die 42,195) waren die Übergabestationen. Vielleicht sollte wir diese mal wirklich zum Lottospielen nutzen. |
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Dann war es soweit: 9. Mai 2010 um 9 Uhr fiel der Starschuss. Mit tausenden von Luftballons wurde eine der Königsdisziplinen eingeläutet. Über 6.000 Läuferinnen und Läufer waren am Start. Bei super Wetter, toller Stimmung und Emotionen pur ging auch unsere Reise an die vereinbarten km-Punkte los.
Die schnellsten Läufer waren schon nach 34 Minuten an KM 12. Wahnsinn wie diese Sportler förmlich über die Straße schweben. Überall säumten begeisterte Zuschauer die Marathon-Strecke.
Unsere Schützlinge waren optimal unterwegs. Wichtig war nicht zu schnell zu starten und sich nicht von anderen zu höheren Geschwindigkeiten verleiten zu lassen. Sehr ruhig und konzentriert verliefen die ersten 25 km. Danach hieß es: Kämpfen und beißen. Zu sehen war, dass sehr viele Läufer nach etwa mehr als der Hälfte der Strecke schon ziemlich angeschlagen waren. Da macht sich dann bemerkbar, dass keine Tabe´s, Vaseline, …zur Präparation von Körperstellen verwendet wurden. Auch Hi-Tech Waden-Kompressions-Strümpfe waren notwendige Details für die optimale Ausstattung. Viele Läufer waren einfach zu schnell unterwegs und mussten zum Ende des Laufes dem hohen Tempo zu Beginn Tribut zollen.
Auch bei km 34 waren der Fitnesszustand unsere Freunde sehr, sehr gut.
Noch ein paar Gels, Getränke und ein paar Nüsse – dann ab auf die letzen 8 km.
Auch diese letzte Strecke meisterten die beiden mit einer wahnsinnigen Energieleistung.
Nach 42,195 km gingen beide Hand in Hand über das Ziel – was für ein tolles Bild und welche Emotion.
Den ersten Satz den wir zu hören bekamen war: „Wir sind zwar total kaputt, aber diese Begeisterung und das geniale Gefühl es geschafft zu haben sind unbeschreiblich.„
Der zweite Satz war dann: „Jetzt habe ich Hunger!“
Mit zwei richtig stolzen Läufern gingen wir schweren Fußes in unser Hotel zurück. Zum Glück lag dieses 400 m vom Start/Ziel entfernt. Im Nachgang war dies optimal ausgewählt. Die Schmerzen in den Beinen ließen keine weiteren Strecken zu. |
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| Vorher hatten wir natürlich noch ein Versprechen einzulösen – ein Bild mit den T-Shirts und den Caps von Fitness First. |
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Danke nochmals an dieser Stelle dem Team vom FitnessFirst-Studio in Pforzheim auf der Wilferdinger Höhe für die tolle Unterstützung.
Zum Schluss noch zwei Zitate von Emil Zatopek:
„Wenn du laufen willst, dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
„Machs dir im Training schwer, dann wird es im Wettkampf leichter.“
Die Läufer des Prag Marathon waren:
Marlene Schulz und Oliver Auge
Unterstützt wurden Sie von:
Lucie Frank und Heiko Luft |
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:: Bericht Barcelona 2010 :: |
Wenn es eine Traumstadt am Mittelmeer gibt, dann ist es Barcelona.
Man sollte meinen, dass man dort traumhaft Urlaub machen kann, den spanischen Flair erlebt, Tapas genießt, usw.
Korrekt, dass kann man alles dort erleben, aber man kann auch wunderbar laufen. Ja, so durch die Altstadt, am Strand entlang – aber auch etwas länger.
Am 7. März 2010 war es soweit. Wir (Freundin, Eltern und Bekannte) machten uns auf den Weg, um in Barcelona unseren Traum zu erfüllen – etwas länger zu laufen. Genau gesagt waren es 42,195 km – mein erster Marathon stand an.
Erstmals wagte ich mich über diese Strecke. Natürlich muss zu diesem Ereignis auch die Kulisse stimmen. Und ich kann allen sagen – es war die richtige Kulisse. Eine absolute Traumroute. An allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Doof nur, dass man ab KM 25 davon nicht wirklich was mitbekommt. Aber immerhin ist man daran vorbei gelaufen. Foto hatte ich leider nicht dabei – kleiner Scherz.
Nach einer sehr gute Vorbereitung von über 5 Monaten ging ich an den Start. Top motiviert unter 12.000 anderen Läufern. Alles hatte ich dabei. Hydrate-Gels, Traubenzucker, Tempos, Labello,…. Alleine die Vorbereitung kurz vor dem Start war schon ein Highlight. |
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Aber als der Startschuss viel, war die Konzentration nur noch auf den Lauf gerichtet. Es dauerte 6 min, bis ich über der Startlinie war. Aber dann ging es auf die 42,195 km lange Strecke mitten durch Barcelona. Das schöne an der Strecke ist, dass es so gut wie keine Wiederholungen von Streckenabschnitten gibt. Immer pure Abwechslung. Mit unseren Begleitern hatten wir Fix-Punkte zur Übergabe von Getränken und Hydrate-Gels vereinbart. Ich kann jetzt schon sagen, dass das überhaupt nicht funktioniert hat. Km 10 habe ich mein Verpflegungstrupp das erste und das letzte mal gesehen. Ich sage es mal so: Die Planung im Vorfeld war eindeutig. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben. Aber es war auch egal. Die Versorgung an der Strecke war super. Wasser, Energiedrinks, Obst, Nüsse – sogar eine ärztliche Versorgung gab es in regelmäßigen Abständen.
Meine erste „Grenzüberschreitung“ musste ich bei Km 28 erleben. Ich formuliere es mal so:
Man nehme eine Nadel und führe diese gaaaaanz langsam ins linke Knie ein. So oder so ungefähr war der Schmerz. Dieser war aber bei Km 35 im rechten Knie nicht mehr zu spüren. Da war dann das linke Knie dran. Bei Km 40 musste ich meine dritte „Grenzüberschreitung“ mitmachen. Ein Krampf im linken Oberschenkel lies mich kurz anhalten. Immerhin waren es nur noch 2,195 km. Die könnte ich zur Not auch gehen – vergiss es. Gehen tut richtig weh. Also habe ich wieder begonnen zu laufen.
Ich kann Euch eines sagen: ab Km 41 spürt man gar nichts mehr. Man läuft durch so viele Menschen, die einem anfeuern und in Richtung Ziel tragen – ein geiles Gefühl. Noch geiler und unbeschreiblich ist es, wenn man das Ziel vor Augen hat. Nur noch 195 Meter waren zu laufen und fremde Menschen rufen Deinen Namen. Wiel genial war das? Unbeschreiblich. Da kommen einem 35-jährigen Mann die Tränen. Die kannste einfach nicht zurück halten – auf keinen Fall beim ersten Marathon. Über die Ziellinie drüber – geschafft. Mein erster Gedanke war: „F…, jetzt haste es geschafft. Das Training hat sich gelohnt. Ein irres Gefühl – Heul.“ |
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Ich kann allen nur empfehlen, es mal auszuprobieren.
Gut, danach kann man 2 Tage nicht laufen – aber was soll es. Der Schmerz geht – das Gefühl und die Emotion bleibt. Ich habe mir Barcelona als meinen gedanklichen Besitz abgespeichert. Das wird für immer so sein. Zumal ich einen Tag danach meine Freundin gefragt habe, ob Sie meine Frau werden will. Sie hat JA gesagt!!! |
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| Heiko Luft |
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:: Barcelona 2010- Emotionen zum anschauen :: |
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HIGHLIGHTS |
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Lassen Sie sich von der unvergesslichen Atmosphäre anstecken |
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:: Schwarzwaldluft und traumhafte Kulisse :: |
| 11. April 2010 Schluchsee |
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Ein Highlight in meiner bisherigen Läuferzeit war die Umrundung des Schluchsee. Der langgezogene Stausee im Herzen des Hochschwarzwaldes in der Nähe des Titisees |
und des Feldberges bietet eine wunderschöne Möglichkeit sich an längere Strecken heranzutasten. Der sehr ebene Streckenverlauf, mit einem sehr hohen Anteil an Waldboden, ist aus meiner Sicht optimal zum trainieren und bietet gleichzeitig viel Abwechslung, um erst keine Langeweile aufkommen zu lassen. Gestartet bin ich an der Staumauer. Dort gibt es einen großen kostenfreien Parkplatz. Die ersten 10 km führen durch den Wald, über Lichtungen, am Strand entlang,….Ein paar Meter geht es an der Straße entlang, ehe der Weg wieder in Richtung Wasser abbiegt. Die nächsten 3-4 km sind sie so nah am Wasser, dass Sie an heißen Tagen am liebsten eine Abkühlung nehmen würden – aber gar nicht erst daran denken - Sie trainieren schließlich um fit zu werden. Die Belohnung können Sie sich dann nach getaner Arbeit immer noch gönnen. Am Ort Schluchsee angekommen geht an am Bahnhof vorbei in Richtung 3-4 km Straßenstrecke. Das ist zu diesem Zeitpunkt kein Problem, da sie eh nicht mehr viel mitbekommen und sich nur noch aufs Laufen konzentrieren. An der Staumauer angekommen sollten Sie das dehnen nicht vergessen, um am nächsten Morgen noch einigermaßen laufen zu können. Wichtig nach dem Lauf: ESSEN!
Wer sich also was Gutes in einer tollen Umgebung tun möchte – 1x um den Schluchsee joggen. Ist auf alle Fälle eine schöne Möglichkeit und für alle machbar.
Heiko Luft
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:: Komm lass uns leiden :: |
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Stellen Sie sich
mal folgende Situation vor: Hochmotiviert gehen Sie das erste mal in den berüchtigten Spinning-Kurs, über den alle schon viel erzählt haben. Von „die Hölle“, „ein absolutes Muss um Fit zu werden“, „der Trainer quält da alle“ bis hin zu „endlich mal richtig auspowern ist hier die Rede.
Nun Sie gehen also dort hin – immer noch hochmotiviert. |
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Sie lassen sich doch von den anderen nicht abschrecken. Sie wollen schließlich ihrem Körper etwas gutes tun.
Sie sind um 10:00 Uhr im Spinningraum und sehen da 30 Spinning-Räder. 20 davon sind schon mit Handtücher, Getränke oder Handschuhen belegt.
Mallorca lässt grüßen!!!
Sie schnappen sich natürlich ein Rad in der hinteren Reihe. Keiner soll sehen, dass zwischendurch eine kurze Pause einlegen. Sie glauben Sie machen das nie. Sie werden immer mal etwas schummeln und nicht ganz zu bzw. sehr weit den Widerstand aufdrehen – versprochen!
So, nun sitzen Sie das erste mal auf einem Spinningrad. Die richtige Einstellung haben Sie gewählt. Jetzt kann es los gehen. Die anderen Räder füllen sich so langsam. Der Trainer ist natürlich auch schon da. Sie denken, Mensch, der hat ja ein Deutschlandtrikot an. Cool. Das brauchen Sie auch. Schließlich kann man das überall kaufen und hat nichts zu heißen.
Klar ist auch, dass einige zu spät kommen – genau die, die die Räder wahrscheinlich schon Wochen reserviert haben. Aber das ist ja eine andere Geschichte.
Natürlich fahren Sie sich ein. Klar, Sie wollen sich ja nicht anmerken lassen, dass Sie zum ersten mal auf so einem Ding sitzen. Der Trainer hat seine Vorbereitungen auch getroffen, die Musik läuft, das Mikro für den Trainer passt auch – dann kann es losgehen.
Immer noch hochmotiviert lauschen Sie dem ersten Satz des Trainers. Der nämlich sagt:
„Komm, lass uns leiden!“
In diesem Moment sinkt Ihre Motivation in den Keller und wandelt sich in eine, ich formuliere es mal so, starke Unsicherheit, was denn da jetzt so auf mich zukommt.
Ich kann nur eines Sagen. Der Satz „Komm lass uns leiden“ war an der Stelle richtig angebracht. Es war hart, nein, es war sehr hart.
ABER: es hat sich gelohnt. Nach einer Stunde mit diesem Trainer ist man zwar durch, aber man ist Stolz es geschafft zu haben. Man will danach einfach mehr – mehr davon.
Wer ein Ziel erreichen will, muss hart arbeiten. Der muss Grenzen überschreiten, neue Wege gehen, kämpfen und auch leiden. Aber es lohnt sich.
In diesem Sinne: „Lasst uns leiden“, um uns danach besser zu fühlen und die Gewissheit zu haben, dass man Grenzen überschreiten kann. Grenzen, die man bis heute noch nicht gekannt hat. |
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:: Praha, wie es im 2009 war - Schmerz, Hitze, Stolpersteine und Stolz :: |
Ich stand am Start unter tausenden Menschen und trotzdem fühlte ich mich einsam. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das man auch nicht mit anderen Emotion vergleichen kann. Ich hörte mein Herz und war in den Gedanken nur mit mir selbst. Wie schwer wird das? Habe ich an alles gedacht? Genung trainiert? 42,195 km Entfernung, ich hatte nicht Angst, sondern nur Demut. Der Himmel war azurblau und ohne eine einzige Wolke. Das lässte schon die Vorahnung zu, dass dieser Wettkampf sehr schwers sein wird. Musik aus Vangelis und tausende Luftballongs am Himmel als Zeichen "Es geht los". Dadurch, dass ich aus der hinteren Reihe startete, konnte ich die Atmosphäre noch kurz genießen. Ich ging in das Rennen und ohne jegliche Zeitvorgaben, was sich später als sehr weis erwiesen hat. Ich hatte Tränen in der Augen und ich war nicht die einzige.
Das Tempo war mörderisch und der Trieb nach vorne stärker als "Freundschaft unter Läufer". Hier sprachen nur die Ellbogen und menschliche Kraft. Die Strassen waren sehr eng und der Bodenbelag sehr unvorteilhaft. Kurz gesagt, fast die besten Voraussetzungen für einen sehr langen Lauf. Nach den ersten 10 km hatte ich endlich ein bisschen Platz und konnte laufen ohne Einsatz verschiedener Kampfmethoden. Die Sonne hat es mit uns gut gemeint, sogar zu gut. Die Temperatur kletterte. Für bestimmte Läufer natürlich sehr angenehme Temperaturen, aber für uns Europäer - Grill. Trotz der großen Hitze und brennenden Sonne lief ich problemlos bis 25 Kilometer. |
Und dann kam er - der Mann mit dem Hammer. Einige Marathonläufer sprechen auch über eine Marathonwand. Es war keine normale Wand, sondern auch die Berliner Mauer war für mich nur ein größerer Zaun. Da half auch mein Zaubersatz nicht: "Indianer kennt kein Schmerz". Ich wusste, dass es kommt, aber ich wusste nicht wann. Ich beobachtete meine Umgebung und war erstaunt, wer die größeren Schmerzen hat. Männer oder Frauen? Natürlich Männer. Ok, es ist auch wissenschaftlich bewiesen, dass die Schmerzenwelt von Männern und Frauen unterschiedlich ist. Vielleicht hatten die Frauen, doch größere Schmerzen als Männer, aber sie litten still und heimlich. Männer hatten diesen Schmerz richtig im Gesichter geschrieben. |
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Ich vergesse nicht einen starken ca. zwei Meter großen Mann, der eine Weile vor mir lief, als er auf seine Verpflegungsgruppe getroffen ist, hat ihm sein Kollege eine Frage gestellt: "Na, wie fühlst du dich ?(solche Frage kommt natürlich nur von einer Person, die im Leben nicht mehr als 20 km gelaufen ist). Antwort:"Du, ich habe nie gedacht, das es so verdammt schwer wird. Ich habe keine Knie mehr und die Schmerzen sind unerträglich". Ja, das waren auch meine Gedanken. Und dann kommt noch dazu die Sinnfrage. Dies ist der Moment, der über alles entscheidet. In diesem Augenblick, entscheidest du dich entweder weiter zu laufen oder resignieren, weil du die Schmerzen und Krämpfe nicht unter Kontrolle bekommst. Ich hatte leider nicht viel getrunken und dazu kaum die Zaubergels gegessen. Mein Organismus resignierte und ich wollte nur gehen. Auch ein weiterer Fehler. Anfangen zu gehen, ist ein herrliches Gefühl, danach wieder anfangen zu laufen ist nur eine Hölle. |
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Fast die ganze Zeit laufen die Zwillinge vor mir . Ein lustiges Duo. Ähnlich gekleidet, ähnlicher Laufstil. Nur in einem ganz unterschiedlich - reden. Eine von der Schwestern sprach bis 30 km ohne Pause, die andere Zwilingschwester hörte geduldig zu. Dann kam der Schmerz auch bei denen vorbei. "Please, shut up!". Da wusste ich, der Schmerz ist bei allen bereits Thema. Ich fühlte statt der Füße nur Holzblöcke, in denen jemand im Rhythmus meiner Schritte mit einer Axt schlägt. |
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Ich schluckte schnell den Rest des Gels, aber das hat nicht geholfen. Mit dem indianischen Lauf, was mehr Schleichen als Laufen war, bewegte ich mich Richtigung Ziel. Nur ein einzige Gedanke im Kopf: beenden. Ab dem 36 Kilometer, dachte ich an das Sprichtwort: "Marathon ist nicht über die Entfernung, sondern über die Kopfsache. Ich lief und ging abwechselnd. Ich musste richtig fertig aussehen, da mich eine französische Frau anhielt und gab mir eine Tube mit komischem Inhalt. Wir gingen zusammen zum Ziel. Kurz bevor wir die Ziellinie sahen, gaben wir uns Hände und wünschten uns viel Glück. Da wusste ich wieder, warum ich Marathons laufe. Das Publikum tobte. Ich hatte plötzlich keine Schmerzen mehr. Der Durchlauf über die Ziellinie war definitv eine der besten Erfahrungen in meinem Leben. Die Mischung aus Erleichterung, Freude - ein wunderbares Gefühl. Wer es noch nicht erlebt hat, hat keine Ahnung, wie schön dieser Augenblick ist.
Ich gratuliere allen, die gelaufen sind und ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren wieder das Glück und Mut habe, sich Start des Altstädter
Rings zu stellen. Ich wünsche allen Glück bei anderen Marathons und vielleicht treffen wir uns dann dort.
An alle, die noch zögern einen Marathon zu laufen...zögern Sie nicht! Es wird Schufterei, es wird Leiden, aber gleichzeitig auch das schönste Erlebnis.
Lucie Frank (März 2009) |
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:: Volkswagen Marathon Praha 2009 - in Bildern :: |
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